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Die Marienkapelle mit zweitem Dachreiter,
hier am noch offen fließenden Dorfbach
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Die katholische Gemeinde hatte von 1556 bis 1742 kein eigenes Gotteshaus, sondern nur einen Versammlungsraum im Rathaus, dem ältesten geschichtlich bekannten Epfenbacher Rathaus, (1350 errichtet). Das stand genau an der Stelle, wo sich heute das Marien-Kirchlein befindet. Die "große Ratsstube" wurde zur Abhaltung des Gottesdienstes in 14-tägigem Abstand benutzt. Über die Verwendung des Rathauses als Gotteshaus ist am 29. 9. 1728 folgendes urkundlich vermerkt:
"Man berichtet, daß die katholische Gemeinde im Rathaus, welches ein altes Gebäude ist und wohl nach der Kriegszerstörung 1622 im Oberbau wieder neu errichtet wurde, in der großen Ratsstube ihren Gottesdienst abgehalten und der katholische Schulmeister die kleine Stube bezogen habe. Dessendwegen habe sich die reformierte Gemeinde, Schultheiß und Gericht mit hochwohl-löblichem Amtsverweser zu Dilsberg und dem katholischen Pfarrer zu Neunkirchen verglichen also, daß die Katholischen hiesiges Rathaus, welches ein altes Gebäude ist, wegen Abhaltung des Gottesdienstes im Bau erhalten und Herr Amtsverweser und katholischen Unterthanen versprochen haben, dem reformierten Schultheiß allhie und Gericht zur Auferbauung eines neuen Rathauses bei der reformierten Kirche, 20 Gulden zu geben und die Gemeinde ohnedem aus ihren Waldungen allhier Holz zur Auferbauung hergeben will."
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Alte Marienkirche, 1.Bauabscnitt 1742
(Zeichnung aus dem Jahr 1832) |
Das alte Rathaus wurde dann einige Jahre später von der katholischen Gemeinde käuflich erworben, im Jahre 1742 niedergelegt und an seiner Stelle das heutige, damals noch kleinere Kirchlein erbaut. Zugleich erbat sich die religiöse Gemeinde von der "hochwohllöblichen Geistlichen Administration" die Erlaubnis, den Gottesdienst alle vierzehn Tage abzuhalten. Das wurde ihr, bis zur Neuordnung der kirchlichen Verhältnisse in Spechbach, auch gewährt.
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Die Marienkapelle im Jahr 2004 |
1836 wurde die Kirche über den Kreisentalbach hinaus erweitert und eine Empore eingebaut.
Die Glocken im kleinen Turm wurden im 1. Weltkrieg bis auf die kleinste abgeholt und eingeschmolzen. 1929 wurden drei neue Glocken angeschafft. Dazu wurde auf der Nordseite ein Giebel errichtet und das Kirchendach verlängert. So war Platz für einen zweiten Dachreiter geschaffen, der die Glocken aufnahm. Jedoch hatte der in seiner Proportion etwas zu wuchtig geratene Turm durch den Neubau der größeren Kirche 1963 die Funktion als Glockenträger verloren, und so wurde er 40 Jahre nach seiner Errichtung wieder abgetragen. Heute präsentiert sich das Gebäude mit Giebel und wieder nur einem Turm in stiller Schönheit.
Inzwischen ist das Gebäude in Privatbesitz übergegangen.
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